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<title>Lake Effect</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Lake Effect</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Der <b><span lang="en">Lake Effect</span></b> ist ein <a href="Meteorologie" title="Meteorologie">meteorologischer</a> Effekt, der vor allem im Gebiet der <a href="Gro%C3%9Fe_Seen" title="Große Seen">Großen Seen</a> in <a href="Nordamerika" title="Nordamerika">Nordamerika</a> auftritt. Oft verursacht er intensiven <a href="Niederschlag" title="Niederschlag">Niederschlag</a>, meist in Form von <a href="Schnee" title="Schnee">Schnee</a>. Dieser wird dann als <b><span lang="en">Lake Effect Snow</span></b> oder <b><span lang="en">Snowsquall</span></b> bezeichnet. Eine deutsche Bezeichnung für dieses Phänomen gibt es nicht. Im frühen Winter kann extrem kalte Luft über sommerbedingt noch recht warmen Wasserflächen zu starken <a href="Gewitter" title="Gewitter">Gewitterstürmen</a> führen, die man als <b><span lang="en">Thunder Snow</span></b> bezeichnet. Doch auch wenn kein Niederschlag auftritt, verursacht kalte Luft über wärmerem Wasser immer eine starke <a href="Bew%C3%B6lkung" title="Bewölkung">Bewölkung</a> über den Südostufern der Großen Seen, weshalb man hier den Ausdruck <b><span lang="en">The Great Gray Funk</span></b> als Synonym für den Winter gebraucht. Als Folge des Lichtmangels kommt es in diesen Gebieten daher häufig zu <a href="Winterdepression" title="Winterdepression">Winterdepressionen</a>.
</p><p>Gleichartige Schneefälle können auch in der Nähe von großen Inlandbuchten auftreten, wobei man sie dann als <b><span lang="en">Bay Effect Snow</span></b> bezeichnet. Ist die Ursache ein <a href="Tiefdruckgebiet" title="Tiefdruckgebiet">Tiefdruckgebiet</a> auf dem Ozean, das feuchte und instabile <a href="Luftmasse_(Meteorologie)" title="Luftmasse (Meteorologie)">Luftmassen</a> oft entgegen der vorherrschenden Windrichtung auf die Küstengebiete lenkt, so spricht man auch von einem <b><span lang="en">Ocean Effect Snow</span></b>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entstehung">Entstehung</h2></div>
<p>Dieser Effekt tritt auf, wenn im Winter kalte <a href="Wind" title="Wind">Winde</a> über große <a href="See" title="See">See</a>flächen mit warmem Wasser strömen. Dabei wird über dem See <a href="Wasserdampf" title="Wasserdampf">Wasserdampf</a> aufgenommen, der jedoch schnell <a href="Gefrieren" class="mw-redirect" title="Gefrieren">gefriert</a> und am <a href="Luv_und_Lee" title="Luv und Lee">Lee</a>-Ufer des Sees als Schnee niedergeht. Verstärkt wird der Effekt durch <a href="Orografie" class="mw-redirect" title="Orografie">orografisch</a> bedingte Aufwärtsbewegungen der Luftströmung entgegen der Windrichtung, wodurch es zu schmalen aber dafür sehr intensiven Niederschlagsbändern mit Ablagerungsraten von mehreren Dezimetern Schnee pro Stunde kommen kann (siehe Abbildung).
</p><p>Kaltluftwinde wehen im Winter der nördlichen <a href="Westwindzone" title="Westwindzone">Westwindzone</a> typischerweise von West-Südwest bis Nordwest, weshalb sich die stärksten Schneefälle an den Nordost- bis Südostufern der Seen ereignen. Die Folge ist ein signifikanter Unterschied in den <a href="Niederschlagsmenge" class="mw-redirect" title="Niederschlagsmenge">Niederschlagsmengen</a> der gegenüberliegenden Ufer und ihres direkten Hinterlandes. Ist die <a href="Lufttemperatur" title="Lufttemperatur">Lufttemperatur</a> dabei nicht niedrig genug, um das Wasser gefroren zu halten, so zeigt sich der Niederschlag als <i>Seeeffekt-Regen</i>.
</p><p>Die <a href="Wetteraufzeichnung" class="mw-redirect" title="Wetteraufzeichnung">Wetteraufzeichnungen</a> des Tug Hill Plateau im Südosten des <a href="Ontariosee" title="Ontariosee">Ontariosees</a> weisen immer wieder die höchsten Schneefallwerte der gesamten USA auf. Ein anderes Beispiel ist das Gebiet im Südosten des <a href="Eriesee" title="Eriesee">Eriesees</a>, mit einer ungefähren Ausbreitung von <a href="Cleveland" title="Cleveland">Cleveland</a> bis <a href="Buffalo#Geographie_und_Klima" title="Buffalo">Süd-Buffalo</a>, wobei der Eriesee aufgrund seiner geringen Tiefe jedoch auch leicht gefriert und sich der Effekt dann nicht mehr zeigt. Auch an der Süd- und Südostküste des <a href="Gro%C3%9Fer_Salzsee" title="Großer Salzsee">Großen Salzsees</a> in Utah kann Lake Effect Snow auftreten, jedoch ist dieser hier wesentlich weniger stark ausgeprägt als im Vergleich zu den Großen Seen. Diese Einflussgebiete des Lake Effect bezeichnet man im englischen als <a href="Snow_Belt" title="Snow Belt"><span lang="en">Snow Belts</span></a> (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Deutsche_Sprache" title="Deutsche Sprache">deutsch</a></span> <span lang="de-Latn">‚Schneegürtel‘</span>). Der <span lang="en">Snow Belt</span> mit dem größten Aufkommen an Lake Effect Snow liegt in der Oberen Halbinsel von <a href="Michigan" title="Michigan">Michigan</a>, nahe den Städten <a href="Houghton_(Michigan)" title="Houghton (Michigan)">Houghton</a>, <a href="Marquette_(Michigan)" title="Marquette (Michigan)">Marquette</a> und <a href="Munising" title="Munising">Munising</a>. Diese Gebiete weisen häufig <a href="Schneeh%C3%B6he" title="Schneehöhe">Schneehöhen</a> von im Mittel 5 oder gar 7,5 Metern im Jahr auf, erreichen durch ihre geringe Besiedelung jedoch nicht die Bekanntheit der anderen Gebiete rund um die Großen Seen. Da der angrenzende <a href="Lake_Superior" class="mw-redirect" title="Lake Superior">Lake Superior</a> aufgrund seiner Größe und Tiefe selten zufriert, zeigt sich der Effekt hier oft kontinuierlich über die gesamten Wintermonate.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Lake_Effect_in_Deutschland">Lake Effect in Deutschland</h2></div>
<p>Der Lake Effekt tritt in Deutschland vor allem an den Küsten auf.
</p><p>In Schleswig-Holstein brachte der Effekt zuletzt am 11. März 2013 große Mengen Schnee, als vor allem die Stadt <a href="L%C3%BCbeck" title="Lübeck">Lübeck</a> betroffen war. In einigen Teilen der Stadt schneite es ununterbrochen mehr als 24 Stunden lang, dadurch kamen örtlich über 50 cm <a href="Neuschnee" class="mw-redirect" title="Neuschnee">Neuschnee</a> zusammen. Zuvor trat dieser Effekt auch bereits am 30. November 2010 im mittleren Teil des <a href="Kreis_Ostholstein" title="Kreis Ostholstein">Kreises Ostholstein</a> auf, als polare Ostwinde über der wärmeren <a href="L%C3%BCbecker_Bucht" title="Lübecker Bucht">Lübecker Bucht</a> kurzfristig zu Schneehöhen von bis zu 76 cm und erheblich höheren <a href="Schneeverwehung" title="Schneeverwehung">Schneeverwehungen</a> führten, sodass der Verkehr auf den Straßen zusammenbrach.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In schwacher Ausprägung sorgen Nord- und Ostsee häufig für Schnee in den angrenzenden Bundesländern, insbesondere in der hügeligen <a href="Holsteinische_Schweiz" title="Holsteinische Schweiz">Holsteinischen Schweiz</a> bei nordöstlichen Winden. Hier reicht oftmals bereits eine Temperaturdifferenz von wenig mehr als 10 °C zwischen dem <a href="850-hPa-Niveau" class="mw-redirect" title="850-hPa-Niveau">850-hPa-Niveau</a> und der Wassertemperatur für einsetzenden Niederschlag; bei über längere Zeit gleichbleibender Windrichtung kann dann in Küstennähe selbst bei relativ geringer Niederschlagsrate einiges an Niederschlag zusammenkommen. Zuletzt gab es im März 2018 sowie im November 2016 derartige Ereignisse, die in <a href="Ostholstein" class="mw-redirect" title="Ostholstein">Ostholstein</a> und in <a href="Vorpommern" title="Vorpommern">Vorpommern</a> innerhalb weniger Stunden für bis zu 40 cm Neuschnee sorgten.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Lake_Effect_in_der_Türkei"><span id="Lake_Effect_in_der_T.C3.BCrkei"></span>Lake Effect in der Türkei</h2></div>
<p>Vor allem in der <a href="Bosporus" title="Bosporus">Bosporus</a>-Region (einschließlich <a href="Istanbul" title="Istanbul">Istanbul</a>) und in der westlichen <a href="Schwarzmeerregion_(T%C3%BCrkei)" title="Schwarzmeerregion (Türkei)">Schwarzmeerregion</a> (z. B. um <a href="Zonguldak" title="Zonguldak">Zonguldak</a>), kommt es durch starke Kaltlufteinbrüche von Norden über dem wärmeren <a href="Schwarzes_Meer" title="Schwarzes Meer">Schwarzen Meer</a> zu langanhaltenden ergiebigen Schneefällen. Dabei ist es nicht ungewöhnlich, dass auch in der Metropolregion Istanbul große Mengen an Schnee fallen. In der Vergangenheit gab es durch starke Winde zudem meterhohe <a href="Schneewehe" class="mw-redirect" title="Schneewehe">Schneewehen</a>, so zum Beispiel während der Schneekatastrophe im März 1987. Damals schneite es in Istanbul tagelang und der Schnee lag meterhoch.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Lake_effect_snow?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Lake effect snow</a></span></b> – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.wetteronline.de/wetterlexikon?topic=lake-effekt">Lake-Effekt</a> im Wetterlexikon von <a href="WetterOnline" title="WetterOnline">WetterOnline</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20110308110646/http://www.ln-online.de/regional/2893074">60 Zentimeter Schnee: Chaos in Ostholstein und Segeberg</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 8. März 2011 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) – <a href="L%C3%BCbecker_Nachrichten" title="Lübecker Nachrichten">Lübecker Nachrichten</a></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2018/20181228_deutschlandwetter_jahr2018_news.html"><i>Wetter und Klima – Deutscher Wetterdienst – Presse – Deutschlandwetter im Jahr 2018.</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 26. Mai 2019</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ALake+Effect&rft.title=Wetter+und+Klima+%E2%80%93+Deutscher+Wetterdienst+%E2%80%93+Presse+%E2%80%93+Deutschlandwetter+im+Jahr+2018&rft.description=Wetter+und+Klima+%E2%80%93+Deutscher+Wetterdienst+%E2%80%93+Presse+%E2%80%93+Deutschlandwetter+im+Jahr+2018&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.dwd.de%2FDE%2Fpresse%2Fpressemitteilungen%2FDE%2F2018%2F20181228_deutschlandwetter_jahr2018_news.html"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://meetings.copernicus.org/www.cosis.net/abstracts/EGU06/05142/EGU06-J-05142.pdf">The Black Sea impact on the severe snow episode over the city of Istanbul</a></span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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